Rügentypisch

RÜGENTYPISCH

Heilkreide

Rügen und Kreide - das gehört genauso zusammen wie Himmel und Meer. Gleichwohl findet man dieses "weisse Gold" der Insel Rügen hauptsächlich auf Jasmund. Markant und wohl weltberühmt ist die Kreideküste hier, welche sich von Sassnitz bis etwa Lohme hinzieht. Besonders der Königsstuhl ist die Attraktion schlechthin und zieht jährlich tausende Besucher aus dem In- und Ausland an. Besnders beliebt für Wanderungen ist das Gebiet zwischen Sassnitz und Königsstuhl. Dort kann man sowohl oberhalb als auch unterhalb der Kreidefelsen entlang wandern. 

Kreidefelsen

Ein wirklich amtemberaubendes Naturschauspiel. Auch Schiffsfahrten entlang der Kreidefelsen waren und sind ein einmaliges Erlebnis. Besonders in der ersten Tageshälfte, wenn die Sonne direkt auf die Kreidefelsen scheint, leuchten diese in blendendem Weiss! Die Kreide verdankt Rügen bestimmten Prozessen, welche sich vor Jahrmillionen abgespielt haben sollen. Riesige Mengen kleiner Organismen mit Kalkschalen und Skeletten lebten hier im Ozean. Starben sie ab, sanken diese zu Boden und bildeten im Laufe der Zeit mächtige Kalklagerstätten. Hier in der Gegend müssen wohl besonders kleine Organismen gelebt haben, zeichnet sich doch die Rügener Kreide durch besondere Feinheit aus! Am Ende der Kreidezeit sorgten Erdbewegungen und fallender Meeresspiegel dafür, dass diese Lagerstätten das Tageslicht erblickten. Die Eiszeiten taten ihr übriges und so entstand die einmalige Kreideküste auf der Insel Rügen.
Bei so viel Vorkommen ist eine Nutzung geradezu ein Muss und ist in der Region seit mindestens Ende des 11. Jh. bekannt. Die industrielle Nutzung begann etwa Mitte des 19. Jh. Als Rohkreide oder Schlämmkreide wurde bis in die 1940er Jahre fast alles in mühevoller Handarbeit gemacht. Erst ab da kamen dann auch Bagger im Abbau zum Einsatz und zunehmend Maschinen für die Verarbeitung. In Sassnitz und Sagard sind heute noch Spuren der Verschiffung von Kreide zu sehen. Der Sassnitzer Hafen bekam nicht zuletzt dadurch eine deutliche Aufwertung. Im Rücken der Stadt sieht man noch heute die alten Kreidebrüche. Heute gibt es nur noch den Kreideabbau bei Klementelvitz. Wer mehr über die Vergangenheit der Kreide und des Kreideabbaus wissen möchte, sollte unbedingt das Kreidemuseum in Gummanz - ein einem stillgelegten Kreidebruch - besuchen sowie das Nationalparkzentrum Königsstuhl!
In jüngster Zeit macht die Rügener Kreide in einer besonderen Form wieder vermehrt von sich reden. Als Rügener Heilkreide! Die therapeutische Wirkung der Rügener Heilkreide ist nun auch wissenschaftlich belegt, durch eine Studie der Dartsch Scientific GmbH Schongau! Das Spektrum der Anwendung der Rügener Heilkreide ist breit gefächert. Verwendet wird diese z.B. bei rheumatischen Erkrankungen, Gelenkbeschwerden, Arthrosen, Ischias, bei Neuralgien und einer Vielzahl von Hauterkrankungen. Auch zur Hautpflege und zur Entstauung der Beine sowie als sanftes Gesichts- oder Körper-Peeling, um nur einiges zu nennen. Am besten Sie probieren es selbst einmal aus in einer Wellnesseinrichtung oder zu Hause. Rügener Heilkreide können Sie nämlich auch selbst erwerben.

Bernstein

Bernstein ist seit jeher begehrt als Schmuck und Kunstobjekt. Das geht von der Kette bis hin zum legendären Bernsteinzimmer. Und auch das kam nicht von ungefähr, hat doch gerade die Ostsee relativ viel von diesem "Gold des Meeres" zu bieten. So gibt es entlang der Ostseeküste immer noch Bernsteinverarbeitung und auch Bernsteinmuseen. Auf Rügen zum Beispiel in Sellin. Auch etliche Künstler finden sich hier in der Region, welche den Bernstein nach allen Regeln der Kunst bearbeiten. Manchen können Sie dabei zusehen - zum Beispiel in Binz auf der Stranpromenade oder auf Hiddensee in der Bernsteinwerkstatt Vitte.

Bernstein

Dort können Sie auch selbst Ihren eigenen Bernstein unter fachmännischer Anleitung bearbeiten! Entweder einen mitgebrachten oder sie erwerben dort einen. Kann man ein schöneres Urlaubsmitbringsel haben, als einen selbst bearbeiteten Bernstein? Natürlich kann man aber auch die klassische Variante wählen und sich einfach ein schönes Stück in den vielen Bernsteinfachgeschäften auf Rügen kaufen. So mancher macht sich auch selbst auf die Suche an hiesigen Stränden. Besonders an den östlichen/nordöstlichen Küsten ist die Chance nach einem Sturm aus diesen Richtungen recht gut. Mancher Kenner der Gegebenheiten hat im Laufe der Zeit schon einige Kilogramm davon gesammelt! Mit Ausdauer und dem richtigen Blick, an der richtigen Stelle, finden auch Sie Ihren Bernstein.

Sanddorn

Sanddorn ist ein typisches Küstengewächs, weil es auch sehr gut auf sandigen Böden wächst und ist auf der Insel Rügen weit verbreitet. Sanddorn braucht für ein gutes Gedeihen vor allem viel Licht. Das bekommt er hier auch, liegt doch Rügen bei den Sonnenstunden Deutschlandweit mit an der Spitze. Sanddorn wird vor allem wegen seiner gesundheitlichen und kosmetischen Wirkungen sehr geschätz. Sanddorn ist ein guter Vitaminträger. Er enthält die Vitamine A, B1, B2, B12, E, Niacin und vor allem Vitamin C! mit 450 mg hat er 9 x soviel wie Orangen. Er enthält zudem Gerbstoffe, Kalium, Calzium, Eisen, Magnesium sowie Phosphor.

sanddorn

Vor allem für die Wintermonate ist er wertvoll für Erkältungskrankheiten und Infektionen. Er hat aber auch eine kreislauffördernde Wirkung. Durch seine wassertreibende Wirkung beeinflusst er günstig Nierenfunktionsschwäche sowie Stauungen im Bindegewebe. Durch seine abführende, galletreibende und stoffwechselanregende Wirkung ist der Sanddorn sehr nützlich bei Leber- und Galleleiden. Auch bei entzündlichen Erkrankungen, bis hin zur Gicht, soll der Sanddorn gute Ergebnisse zeigen. Selbst gegen Asthma und hohe Cholesterinwerte wird der Sanddorn eigesetzt.
Von besonderem Wert ist wohl sein Öl, welches in aufwendigen Verfahren gewonnen wird. Berichtet wird, dass es innerlich angewendet Magengeschwüre, Krebs, Bluthochdruck und Erkältungskrankheiten günstig beeinflusst. Äusserlich findet es Anwendung bei Neurodermitis, Fältchenbildung, Verbrennungen, Wundliegen bis hin zur Säuglingspflege. Aber aus Sanddorn lässt sich noch viel mehr machen wie etwa: Tee, Likör, Hautcreme, Seife, Marmelade, Gelee und, und, und.
Rügen ist eine Hochburg für Sanddorn, was spätestens im Herbst jedem Besucher in der freien Natur auffällt. So werden hier auch die vielfältigsten Erzeugnisse aus Sanddorn angeboten, welche man fast überall kaufen kann. Ein Spezialgeschäft befindet sich in der Binzer Hauptstraße, in der Nähe der Seebrücke und auf Karls Erdbeerhof in Zirkow findet sich auch ein recht beachtliches Angebot.

Fisch

Fisch und Rügen gehören nun mal zusammen wie Wellen und Meer. Seit Jahrhunderten ist der Fischfang auf Rügen etabliert. Viele Orte haben ihren Ursprung darin, dass sich Menschen angesiedelt haben, um den Reichtum der Ostsee und Boddengewässer zu nutzen. Obwohl - reich werden konnten früher die wenigsten davon. Man sieht heute noch in manchem Ort an den alten, kleinen Fischerkaten wie bescheiden viele Fischer leben mussten. Gefischt wurde hier in den Bodden-gewässern und in der Ostsee, mit Reusen, Stellnetzen und Zeesen Booten.

Einen grossen Aufschwung nahm die Fischerei nach dem zweiten Weltkrieg, als hier Fischereibetriebe ausgebaut wurden. Mehrere FPG, das Fischwerk in Sassnitz sowie eines der beiden Fischkombinate, welche es in der DDR gab. Damit begann auch von Sassnitz aus die Hochseefischerei in grösserem Stil. Davon ist nicht mehr viel übriggeblieben. Aber in Sassnitz im Hafenmuseum kann man sich über dieses Kapitel der Rügener Fischerei gut informiern. Dort ist auch ein Hochseekutter zu besichtigen. Solche Schiffe waren auch im Afrikaeinsatz. Das Fischwerk in Sassnitz ist ein sehr moderner Betrieb geworden und exportiert in aller Herren Länder. Im Werksverkauf wird ein beachtliches Angebot präsentiert - vorbeischauen! Fisch angelandet wird rund um die Insel Rügen und mancher holt sich seinen Fisch direkt, wenn die Fischer in den Hafen kommen. In den Häfen finden sich etliche Restaurants, Räuchereien und Verkaufseinrichtungen. Hier bekommt man alles, was das Herz begehrt - bezüglich Fisch.  Die Gastronomie auf Rügen ist natürlich auch bekannt, für das reichhaltige und abwechslungsreiche Angebot an Fisch. Einige haben sich ganz darauf spezialisiert. Eine besonder Adresse dafür ist wohl das "Gastmahl des Meeres" in Sassnitz. Ein wirkliches Fischspezialitäten Restaurant, am Molenfuss. Bei Fischer Peters in Polchow wird zwischen Mai und September ein Fischgrillabend angeboten, jeweils Mittwoch und Sonnabend - ein absolutes Highlight!
Aber ob im Restaurant, in der Traditionsräucherei, in den Fischgeschäften oder unterwegs am Stand - Fisch ist auf Rügen nahezu allgegenwärtig. Und weil das Angebot hier so frisch und reichhaltig ist, nehmen sich viele noch ein kleineres oder grösseres Paket bei der Abreise mit nach Hause.
Wer allerdings seinen Fisch selber fangen möchte, kann hier auch eine der vielen angebotenen Angeltouren nutzen.
Ein besonderer Höhepunkt des Jahres ist immer wieder, traditionsgemäss, die "Frühjahrsheringssaison". Die Gaststätten haben besondere Angebote in dieser Zeit, viele Orte führen Veranstaltungen/Feste durch und der Rügendamm ist gesäumt mit Anglern.

Na dann - Guten Appetit!

Strand / Strände

Rund 580 km Küste und mittendrin die Insel Rügen. Da ist viel Platz für Strände. Tatsächlich ist Rügen auch für seine schönen Strände bekannt. Besonders beliebt sind dabei die Badestrände von feinem, hellen Sand. Diese findet man hauptsächlich im Nordosten/Osten der Insel Rügen. Die Schaabe von Juliusruh bis Glowe sowie der Bereich Ostseebäder beginnend ab Prora, Binz über Sellin, Baabe, Göhren bis hin nach Lobbe und Thiessow. Hier sind die Strände teilweise bis 50 Meter breit.

In den Bereichen dieser Ortslagen findet man auch eine gute Versorgung in Hinsicht auf Gastronomie - vom Kiosk bis zum Restaurant - sowie im Hinblick auf Strandbedarf. Vom Wasserball über Taucherbrille, Luftmatratze bis hin zum Schlauchboot wird alles angeboten. Neben Strandkörben, mobilem Eisverkäufer und Strandimbiss findet man hier überall auch Segel- und Surfschulen. Anfänger können hier Kurse belegen - Ausrüstung wird natürlich gestellt. Das Banane oder Ringfahren ist immer ein Renner. Man kann Segelboote, Katamaran und Jetski mieten! Volleyball, Trampolinspringen u.a. Sportarten sind möglich. Es gibt Textilstrände, FKK-Strände sowie Hundestrände - zum grossen Teil auch bewacht. Die Wassertemperaturen im Sommer sind in der Ostsee um die 22 Grad in den Boddengewässern bis um die 25 Grad. Wer's ein bisschen ruhiger angehen lassen möchte, kann die Strände an den Boddengewässern oder der Kreideküste nutzen. Selbst hier baden manche. Erhohlung und Ruhe ist an diesen Stränden bestens möglich. Das Rauschen der Wellen, der Blick auf das Meer, die frische Seebrise verwöhnen Seele und Geist. Vor allem um Jasmund und Kap Arkona gibt es Feuersteintstrände. Hier können Steinesammler reichlich "Beute" machen. Ein abendlicher Stranspaziergang kann sehr romantisch sein, beim Blick auf Kap Arkona, die Kreidefelsen oder die in der Ferne vorbeiziehenden, hell erleuchteten Fähren.
Einzelheiten und Beschreibungen zu den Stränden finden Sie HIER.

Hünengräber / Großsteingräber

Ja, sie heissen eigentlich nicht Hünengräber. Die genaue Bezeichnung ist Großsteingräber, aber der Ausdruck Hünengräber hat sich nun mal eingebürgert. Er stammt wohl aus dem Mittelalter, weil da die Menschen meinten, solche riesigen Steine hätten nur wahrhafte Hünen bewegen können. Eine andere Ansicht ist, man meinte das wären Gräber für Riesen (Hünen). Tatsächlich bleibt die Entstehung und Verwendung diese Anlagen bis heute rätselhaft.

Angenommen wird, dass die Großsteingräber für Bestattungen etwa in der Zeit von 4000 – 1000 v.Z. genutzt wurden. Wie diese mehrere Tonnen schweren Steine über Kilometer hinweg transportiert wurden liegt genauso im Dunkeln, wie deren Errichtung. Rätselhaft ist auch, wie Tonnen von Steinen nach Rügen gekommen sind, welche hier gar nicht vorkommen. Auf der Insel Rügen findet man zahlreiche, mehr oder weniger gut/vollständig erhaltene Hünengräber, in einer Dichte, welche seinesgleichen sucht. Im Jahre 1835 sollen hier noch 1650 Gräber gezählt worden sein. Allein auf Jasmund etwa 400! Das grösste hier ist der Dobberworth, bei Sagard. Eine sehr gut erhaltene Grabanlage befindet sich bei Lancken-Granitz. Diese besteht aus sieben einzelnen Gräbern. Das Grab nummer eins ist das best erhaltenste und bildet als sogenannter Dolmen einen umschlossenen Raum. Weitere Hünengräber sind etwa der „Riesenberg“ bei Nobbin, 13 Grabhügel zwischen Patzig und Worke oder das „Pfenniggrab“ bei Nipmerow.
Obwohl die Gräber natürlich über die Jahrhunderte geplündert wurden, fand man noch in den 70er Jahren bei archäologischen Untersuchungen Reste der Grabbeigaben. Schmuck aus Bronze und Bernstein, Äxte, Krüge und Waffen. Im Laufe der Zeit wurden die Gräber auch als willkommenes Baumaterial genutzt für Häuser, Kirchen und Hafenbefestigungen. Auch deshalb trifft man heute manches mal nur Reste von zwei, drei Steinen der einst stattlichen Anlagen an. Ein beeindruckendes Erlebnis sind die Hünengräber aber allemal. Man sieht immer noch, welch gewaltige Tonnen schwerer Lasten hier bewegt wurden, mit Mitteln die wir gar nicht kennen. Die Leistung der Erbauer ist immer noch beeindruckend.
Die besten Chancen auf diese Reste aus vergangener Zeit zu stossen, hat man, wenn man zu Fuss oder per Fahrrad auf der Insel Rügen unterwegs ist.